Kicken für den guten Zweck

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Es berichtet unsere Reporterin Lena Kroenlein:

Es ist fast dieselbe Situation wie im Spiel um das Halbfinale, Deutschland gegen Brasilien bei der Fußballweltmeisterschaft im vergangenen Sommer: Spielstand 0:7. Verbleibende Spielzeit: Wenige Minuten. Die Hoffnung auf ein Ehrentor: Noch irgendwie vorhanden.

Und doch ist einiges anders. Zunächst einmal handelt es sich hierbei nicht um das vorletzte Spiel- es folgen zu diesem Zeitpunkt noch ungefähr 14 weitere Runden. Die Spieler befinden sich auch nicht in Brasilien, sondern in der Sporthalle „Ob den Gärten“ in Leutenbach. Und es geht auch nicht um die Fußballweltmeisterschaft, sondern um das inzwischen sechste Benefizturnier der Stiftung gegen Gewalt an Schulen. Wobei die Leistung der insgesamt 12 Mannschaften, die in zwei Gruppen und 30 Spielen je 10 Minuten gegeneinander antreten, eigentlich auch als weltmeisterlich angesehen werden kann. Nicht nur, weil die Kreissparkasse Waiblingen gegen das Jugendclubbüro an diesem Nachmittag noch ein Tor schießt, und es dann 0:8 steht. Das ist die eine, die sportliche Seite des Turniers, die auch wichtig ist.
Die andere Seite ist der Grund, weshalb es das Benefizturnier überhaupt gibt. Viele Mannschaften haben bei den vergangenen Turnieren schon mitgewirkt, etwa die Bürgmeister-Auswahl Rems- Murr. Andere, wie die Firma „Jeutter IN.VIVO“ sind zum ersten Mal mit von der Partie. Sie alle haben an diesem Tag mehrere Ziele: Ein paar Tore wären schön. Manches Spiel gewinnen noch schöner. Aber letztlich sind sie hier, weil sie ein Zeichen setzen wollen.
Ein Zeichen dafür, dass Gewalt jeglicher Art nicht akzeptiert wird und keine Lösung ist. Nicht an Schulen. Nicht im Alltag. Nicht in der Sporthalle in Leutenbach. Natürlich freut man sich trotzdem über ein gewonnenes Spiel, auch wenn der Sieg nicht im Mittelpunkt steht.
Die Kunst ist, bei aller Sportlichkeit den Sinn hinter dem Benefizturnier ebenso im Blick zu behalten, wie den Ball und das Tor der gegnerischen Mannschaft. „Selbst wenn man letzter wäre, hat es trotzdem wieder Spaß gemacht.“, sagt Gino Karsch. Er ist mit seiner Mannschaft „Karsch Blitzschutz“ ein Teilnehmer der erster Stunden und von Anfang an dabei. Für das Turnier reist er, wie auch die Mannschaft des Jugendclub- Büros, extra aus Bayern an.
tl_files/img/netzwerk/Aconext_Internet.JPGDas ist es auch, was das Benefizturnier ausmacht: Der Weg ist das Ziel, nicht das Ziel selbst. Und wenn man etwas erreichen will, dann muss man sich gegenseitig helfen. Indem man für eine andere Mannschaft einspringt, weil ihnen ein Spieler fehlt. Wie etwa Pia Sellmaier die heute nicht nur für die Mannschaft der Stiftung gegen Gewalt an Schulen, die den achten Platz belegt hat, spielt, sondern auch für das Jugendclub -Büro kickt.
Oder indem man die Regel einführt, Frauentore doppelt zählen zu lassen, wie es seit zwei Jahren der Fall ist. „Das nimmt die Verbissenheit heraus, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen“, erklärt der Vorstand der Stiftung gegen Gewalt an Schulen, Dirk Bloksma. Der Spaßfaktor solle im Vordergrund stehen.

Deshalb gibt es an diesem Abend auch eine Siegerehrung, in der Kuratoriumsvorstand der Stiftung, Gerd Mayer, den Mannschaften die Pokale überreicht- aber es gibt nicht nur einen Sieger im eigentlichen Sinne.
Gewinner des Turniers ist die Mannschaft „Haus Elim“, die sich zum dritten Mal in Folge Platz eins erspielt hat; Platz zwei geht an „Uhlsport“; die Kreissparkasse Waiblingen belegt Platz drei. Aber Gewinner des Tages gibt es zahlreiche. Denn hinter dem Willen, „gemeinsam stark zu sein“ stehen viele weitere Menschen: Etwa Hans Derer, Musikmanager und Fördervereinsmitglied und Patrick Künzer, Präsident vom Verein Weiler zum Stein, die wie schon in den Jahren zuvor, das Turnier moderiert haben.
Die drei Schiedsrichter Sabrina Nachtigall, Antonio Agazio und Mario Hodermann, die mit einem geschulten und fairen Auge die Spielabläufe im Blick behalten haben. Das Catering-Team, das für die kulinarische Verpflegung gesorgt hat. Die Zuschauer auf der recht gut besuchten Tribüne. Der Malteser Hilfsdienst, der zum Glück nur kleinere Sportblessuren versorgen musste. Der Vorstand des Fördervereins, Tobias Sellmaier, der die ganze Veranstaltung überhaupt erst ins Rollen gebracht hat. Die Firma „Aconext“ aus Fellbach, die als Mannschaft angetreten ist und das Turnier unter anderem als Sponsor unterstützt hat, um „so schöne Preise zu ermöglichen“, wie Sellmaier bei der Siegerehrung betont. Jeder geht im symbolischen Sinne mit einem Pokal nach Hause. Denn an diesem Abend gibt es nur Gewinner.

 

[SPIELPLAN SAMSTAG]

Teilnehmende Mannschaften: 

  • H.P. Kaysser GmbH + Co. KG
  • Jugendclub-Büro (Bayern)
  • Karsch Blitzschutztechnik, Burtenbach (Bayern)
  • Haus Elim e.V. (Titelverteidiger)
  • Jeutter IN.VIVO Physiotherapie
  • Uhlsport, Sportausrüster
  • Kreissparkasse Waiblingen
  • ACONEXT Stuttgart GmbH
  • Bürgermeister-Auswahl Rems-Murr
  • OFC Weiß-Rote Schwoba Leutenbach 2002 e.V.
  • Volksbank Stuttgart
  • Förderverein der Stiftung

 

Schüler-Cup

[SPIELPLAN SONNTAG VORRUNDE]

[SPIELPLAN SONNTAG ENDRUNDE]

Die Schüler-Teams: 

  • SV Winnenden B-Mädchen
  • SV Winnenden C-Mädchen
  • MixedTeam der Stiftung
  • Albertville-Realschule Winnenden I
  • Albertville-Realschule Winnenden II
  • Schulzentrum Sulzbach I
  • Schulzentrum Rudersberg I
  • Schulzentrum Rudersberg II

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