Wie zeige ich eigentlich die Zivilcourage richtig?

Das lernten Jugendliche aktiv in einem Workshop in Winnenden

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Winnenden.
Das Projekt „Weltfairänderer“ machte vier Tage lang Station in Winnenden und die Stiftung gegen Gewalt an Schulen war mit einem Workshop beteiligt.
Lars Groven, Fachreferent für Gewaltprävention und Deeskalation der Stiftung, beeindruckte beim Workshop in der Albertville-Realschule die 20 teilnehmenden Jugendlichen mit einem sehr aktiven und herausfordernden Programm.
"Seid ihr freiwillig hier?" fragte Herr Groven zu Beginn die Schülerinnen und Schüler, die sich extra am Nachmittag 2 Stunden Zeit genommen hatten.
Die coole Antwort lautete "Ja!"
Schließlich wollten sie lernen, was man tun kann und muß, wenn es zu Mobbing und Ausgrenzung kommt oder man im Alltag "dumm angemacht wird".
Was mache ich, wenn mir jemand körperlich zu nahe kommt und mich aggressiv angeht? Und – Was heißt Zivilcourage zeigen und wie macht man das eigentlich richtig?
Schnell wurde an diesem Nachmittag in der interaktiven Gruppenarbeit klar, dass es manchmal schon an der Körpersprache oder dem Blick liegt, wie man auf seine Mitmenschen wirkt. Es gibt die deutliche Erkenntnis, dass Beleidigungen und abwertende Reaktionen nicht deeskalierend wirken, dass viele Situationen mit wachem Auge frühzeitig zu erkennen sind und dass Zivilcourage zeigen immer leichter ist, wenn man sich Hilfe dazu holt. Am Ende des Workshops gaben die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren ein eindeutiges Feedback:
Sie haben an diesem Nachmittag sehr viel über sich, über Gewalt und richtiges Handeln gelernt. Zudem hat Herr Groven das Thema in ihrer Jugendsprache praxisnah und verständlich rüber gebracht. Die Zeit verging wie im Flug und eigentlich seien dafür die zwei Stunden viel zu kurz gewesen.

 

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Zur Person Lars Groven:
Mein Name ist Lars Groven und ich arbeite als Fachreferent für Gewaltprävention und Deeskalation für die Stiftung gegen Gewalt an Schulen.
Als Sozialpädagoge sowie Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Trainer führe ich viele Workshops an Schulen durch und arbeite hier sowohl in Schulklassen als auch mit Lehrerkollegien und Eltern.
In den meisten Einsätzen geht es um Gewaltprävention sowie den Umgang mit Grenzverletzungen und Deeskalation.
Des Weiteren biete ich für viele Berufsgruppen Deeskalationstrainings an. So habe ich bereits für die Polizei, viele Bereiche der Jugendarbeit, der Bahnhofsmission sowie im Freiwilligendienst und für Sportvereine Seminare und Trainings durchgeführt.
Die Themenschwerpunkte liegen hier hauptsächlich bei der Deeskalation von hochgefährlichen Situationen und Selbstbehauptung.
Weitere Bausteine meiner Tätigkeit sind ein regelmäßiges Training mit Gewaltstraftätern in einer Jugendarrestanstalt sowie die Durchführung von Seminaren für die Stadt Stuttgart mit dem Schwerpunkt häusliche Gewalt.
Bei Interesse an Workshops oder Schulungen wenden Sie sich bitte an die Stiftung gegen Gewalt an Schulen per E-Mail unter info@stiftung-gegen-gewalt.de oder telefonisch unter der
Nummer 07195 589570


Fotos: Tobias Sellmaier vom Förderverein der Stiftung gegen Gewalt an Schulen e.V.

Eine Rose für München

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Die Bevölkerung ist herzlich zu diesem Gedenken eingeladen.

Gemeinsame Veranstalter:

Förderverein der Stiftung gegen Gewalt an Schulen e.V. und der Jugendgemeinderat Winnenden

 

Konzert von Avitall in Winnenden

 

Avitall in Winnenden

 

you´re welcome - you´re invited

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Unser Förderverein ist schon seit Jahren Kooperationspartner dieser Veranstaltung in Winnenden:

"You´re welcome, you´re invited"

Auszeichnung für Jettinger Schulzentrum

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Wenige Wochen nach dem Schülerturnier des Fördervereins der Stiftung gegen Gewalt an Schulen machte sich Tobias Sellmaier, der Vorsitzende des Winnender Vereins, auf in den bayerischen Landkreis Günzburg nach Jettingen-Scheppach.
Dort übergab er den Mädchen der Vision Privatschulen die bestickten Fairplaypreis-Shirts, welche die Backnanger Firma Lochmann gestiftet und nach dem Fußballturnier passend angefertigt hatte.
Die Schülerinnen waren begeistert und zogen die neue Bekleidung gleich an.
Bereits 2016 erhielt das Team 10 Uhlsport-Bälle für die Fußball AG.
Diese Jahr gab es auch wieder eine Glastrophäe für das Schulzentrum in Süddeutschland, gestiftet von Handel Fest- und Vereinsbedarf.
Die Schulleiterin Frau Monika Weltz führte den Besuch aus Winnenden anschließend durch das Gebäude und zeigte die Unterrichts- und Internatsräume.
Bei der Besichtigung wurde klar, dass die Schülerinnen nicht von ungefähr die Auszeichnung bereits zum zweiten Mal erhalten hatten.
Im täglichem Schulalltag erlernen die Jugendlichen den sozialen Umgang miteinander und auch das Fairplay in der Beziehung zur Lehrerschaft und Schulleitung. Das Motto des Schüler-Turniers "Gemeinsam stark sein!" gehört hier vorbildlich genauso zum Lernstoff wie die Formeln in der Mathematik oder der Chemie.
Am 11. März 2017 möchten die Jettinger am Gedenktag in Winnenden teilnehmen und ihre Solidarität und die Empathie zum Ausdruck bringen.

Reporterin Lena Kroenlein vom Spielfeldrand

tl_files/img/netzwerk/Lena_K.jpgIntegration kann so einfach sein: Man setzt sich ein gemeinsames Ziel in dem festen Bemühen jedes Einzelnen, dieses auch wirklich zu erreichen.  Plötzlich werden Dinge wie Aussehen, Herkunft, oder Religion zweitrangig, im besten Falle völlig unwichtig.

Vergangenes Wochenende spielten sich in der Sporthalle „Ob den Gärten“ in Leutenbach Szenen ab, die nahezu beispielhaft verdeutlichten,  wie gut das gelingen kann.

Dabei stand beim 8. Benefizturnier, das von der Stiftung gegen Gewalt an Schulen ausgetragen wurde,  das Thema Integration gar nicht so sehr im Vordergrund. Und doch lässt sich hier eine gewisse Parallele herstellen. Das primäre Ziel, ein Turnier ohne jegliche Gewalt auszutragen, dürfte so manchem Flüchtling aus der Seele sprechen. Nicht jeder, der vor Gewalt und Terror geflohen ist, bleibt hier davon verschont. Dabei wäre es  theoretisch ganz einfach, friedvoll miteinander umzugehen.

Zugegeben, eine Sporthalle mit 14 Mannschaften, die sich auf ein großes Turnier vorbereiten, ist wegen der Akustik  möglicherweise nicht die beste Räumlichkeit, um sich solch ruhigen  und friedvollen Gedanken hinzugeben.  Und doch passt  genau das an genau  diesem Tag an genau diesen Ort. Denn im Grunde  ist das Ziel der Veranstaltung ein ähnliches: Spaß zu haben und gemeinsam stark zu sein, ohne Gewalt, Hass und Fremdenfeindlichkeit Raum  zu geben. Und es signalisiert noch etwas anderes: Auch, wenn es manchmal ein langer Weg ist, kann man vieles erreichen, wenn man zusammen arbeitet und alle an einem Strang ziehen.

Dass manches, etwa  bei der Integration von Flüchtlingen  nicht  immer leicht ist, weiß auch Nadeschda Arnold, die bei der Paulinenpflege arbeitet.

An diesem Nachmittag kickte sie  mit ihrem Flüchtlinsteam in der Gruppe A.  „Für viele Flüchtlinge ist die Sprachbarriere das größte Problem, wenn sie sich integrieren wollen“, erklärte sie und ergänzte: „Bei einem solchen Turnier gibt es andere Möglichkeiten, sich zu verständigen und es macht uns großen Spaß!“ Bereits im November bekam sie die Möglichkeit, mit ihrem Team bei einem Spiel dabei zu sein. Über einen Vorbericht in der Zeitung sei sie dann  auf das Benefizturnier aufmerksam geworden. „Sofort wollten wir wieder mit machen“, erinnert sich Arnold zurück. Dass das Flüchtlingsteam der Paulinenpflege  bei seiner Premierenteilnahme am Turnier richtig Spaß hatte, war nicht nur spür-, sondern letztlich auch sichtbar: Durch eine beeindruckende Teamleistung erlangten sie Rang 5.

Auch im Team des Fördervereins der Stiftung gegen Gewalt an Schulen kickte  ein Flüchtling und erzielt beim ersten Spiel des Tages gegen die Firma Härer Formenbau auch gleich  das erste Tor. So ereignete sich wenige Minuten nach Start des Turniers ein   kleines Déjà vu: Lamin aus Gambia hatte bereits vergangenes Jahr das erste Tor  für den Förderverein geschossen.

Dies war aber nicht die einzige willkommene Wiederholung. Es gab noch so einige andere Dinge, die das Turnier bereits in den vergangenen Jahren zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht hatten und die auch in diesem Jahr gleich geblieben sind: Patrick Künzer, Bezirksvorsitzender des Fußballbezirks Rems-Mur bewies am Mikrofon erneut seine Talente als Sportkommentator.

Beibehalten wurde auch die Regelung, alle Frauentore doppelt zu zählen. Da hiervon im gesamten Turnierverlauf nicht wenige gefallen sind, wurde so mancher Spielstand kurz vor Ende nochmals in sekundenschnelle umgewandelt.

Alt bekannte Gesichter aus den vergangenen Jahren konnte man auch im Kreise der 14 teilnehmenden Mannschaften entdecken:
Da war etwa der Titelverteidiger aus dem Jahr 2016 Uhlsport, die es diesmal bis ins Finale schafften und den zweiten Platz belegten.

Auch Jeutter IN.VIVO  traten nicht zum ersten Mal an, ebenso wie  Aconext Stuttgart oder etwa die Bürgermeisterauswahl, die dieses Mal mit ihrem geschichtsträchtigen 6:2  gegen Härer Firmenbau ihren größten Sieg in der Benefizturniergeschichte  einfahren konnte.

Zu den treuen Gästen  zählte ebenfalls  wieder das Team Karsch Blitzschutztechnik  rund  um Gino Karsch. Die Mannschaft ist seit der ersten Stunde des Benefizturniers dabei und hat sich schon damals als eine der ersten Mannschaften qualifiziert. Seither ist sie quasi alljährlich einer der  Stammgäste in Leutenbach. „Für mich geht es vor allem um den Spaß und den Zweck, der  hinter dem Turnier steht“, betonte Karsch. Mit seiner Mannschaft fährt er jedes Jahr aus Burtenbach nach Leutenbach.

Trotz viel Altbekanntem gab es auch einige Neuerungen.  
Neu dabei war etwa auch der diesjährige Sieger des Turniers  H.P.Kaysser, die sich  im Finale souverän gegen Titelverteidiger Uhlsport mit einem 5:1 durchsetzten.

Ebenfalls neu und nicht weniger sensationell war die Teilnahme des DFB-Schiedsrichters Knut Kircher, den der Förderverein der Stiftung gegen Gewalt an Schulen für das diesjährige Turnier gewinnen konnte.
So stand Kircher neben Antonio Agazio und Jochen Seiler abwechselnd als Schiedsrichter  auf dem Feld und richteten ihr Augenmerk in erster Linie darauf, dass das Credo der Fairness eingehalten wurde.

Apropos Fairness: Die Fairplaypreisauswahl gewann die Mannschaft der Stiftung gegen Gewalt an Schulen.

Eines aber wird immer, auch in Zukunft, eine unveränderte Regelung des Turniers bleiben: Jeder, der sich hierbei beteiligte, ging an diesem Abend als Sieger nach Hause.  Mit am schönsten ließe sich dieses Bild vielleicht mit der Mannschaft Aconext München beschreiben: Zum ersten mal dabei, legten sie für die Teilnahme in Leutenbach ein ähnlich weiten Weg zurück, wie Gino Karsch und seine Mannschaft.
Am Ende eines langen Tages belegte Aconext München dann Platz 14. Trotzdem strahlten sie bei der Pokalvergabe und gaben bekannt, im kommenden Jahr wieder dabei sein zu wollen.

Alleine, weil  alle Teilnehmer der Veranstaltung auch die Stiftung gegen Gewalt an Schulen unterstützen würden, sei jeder in der Halle ein Gewinner, betonte Tobias Sellmaier, Vorsitzende des Fördervereins. Kurz vor Ende des Turniers  wurden alle Sponsoren geehrt.
Eine solche Ehrung gebührte symbolisch  auch allen, die mit dafür Sorge getragen hatten, dass das Turnier zum achten Mal auf die Beine gestellt werden konnte. Wie in den Jahren zuvor zeigte das Team auch an diesem Samstag des noch recht jungen Jahres, dass ein Turnier trotz sportlichem Ehrgeiz auch ohne Gewalt und Ausgrenzung reibungsfrei ablaufen kann. Es wäre  wünschenswert, wenn sich  dieses Bild des fairen und respektvollen Miteinanders  künftig auch öfters auch in der Gesellschaft wieder finden ließe. Wir haben es in der Hand.

Zur Person:
Lena Kroenlein aus der Nähe von Tübingen ist Mitglied im Förderverein der Stiftung und hat schon viele tolle Berichte über unsere Veranstaltungen geschrieben.

Anzeigen zum Jahrestag 2015

Diese Anzeigen erscheinen in der lokalen Presse am 11. März 2015. Danke an die Medien für die kostenlose Veröffentlichung! Zur Vergrößerung auf das jeweilige Bild klicken.

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Turnierwochenende 2015

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Es war auch im Januar 2015 wieder eine sehr beeindruckende Veranstaltung in der Leutenbacher Sporthalle.

Herzlichen Dank an alle Teilnehmer, Sponsoren, Zuschauer und fleissigen Helfer!!!

 

[Ausführlicher Bericht von Lena Kroenlein über die Veranstaltung]

 

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Stuttgart-Lauf 2014

Perfektes Laufwetter und großartige Stimmung

Keine Tore und keine Punkte, sondern der Spaß und das Gruppenerlebnis standen am letzten Sonntag im Juni beim 7km Lauf in Stuttgart im Vordergrund.
Das Ziel war klar: mit öffentlicher Präsenz für die Bündnisziele der Winnender Stiftung werben. Keine Gewalt an Schulen – für ein Miteinander und gegenseitigen Respekt und Empathie. Und so motivierte man sich zusammen das Ziel in der Mercedes-Benz-Arena zu erreichen.
Die zahlreichen Menschen an der Strecke, die musikalische Unterstützung und der Einlauf in die Mercedes Benz Arena ließen die Läuferherzen bei den 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern höher schlagen „Ich freue mich sehr, dass sich der Stuttgart Lauf zu einer festen Größe in unserem Kalender entwickelt hat“, so der Vorsitzende des Fördervereins Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, Tobias Sellmaier. „Und deshalb werden wir auch 2015 wieder an den Start gehen.“

 

Gemeinsam für den guten Zweck!

Wer am 17. Mai zwischen 10 und 18 Uhr am Cap-Markt am Stuttgarter Hölderlin Platz vorbeilief, dem schlug nicht nur der unverkennbare Duft von Gegrilltem in die Nase, sondern dem fiel auch der schön hergerichtete Stand ins Auge, der neben dem Eingang des Marktes aufgebaut wurde.
Mitglieder des Fördervereins Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden haben dort im „Lebensmittelpunkt“ des Capmarkt Würste und Getränke verkauft - der Erlös kam der Stiftung gegen Gewalt an Schulen zugute.
Zugute kam der Aktion zudem auch das Wetter: Die Sonne gab sich alle Mühe, den vorbeilaufenden Passanten Lust auf Grillgut zu machen.
So wurde die ohnehin schon belebte Straße durch einen Schwatz mit dem Capmarktsleiter bei Wurst und Bier noch lebhafter.
Dank der Helfer, die fleißig beim Verkauf mitgewirkt haben, kamen auch einige Würste, die vom Capmarkt zur Verfügung gestellt wurden, unter die Leute.
Nicht nur Stiftungsvorstand Hardy Schober war mit der Aktion zufrieden. Auch der Leiter des Capmarkts am Hölderlinplatz, sieht gute Chancen, eine solche Aktion in einer anderen Filiale zu wiederholen.
Darüber würden sich nicht nur die Stiftung und die Capmarkt-Mitarbeiter freuen, sondern auch all jene, die die Grillsaison schon lange eingeläutet haben. Weitere Bilder der Veranstaltung finden Sie auf unserer Facebookseite

 

 

Ein wunderschöner Frühlingstag

Blumen

Ein Bericht über den 5. Jahrestag von Lena Kroenlein

Es ist schwierig, in Worte zu fassen, was mir durch den Kopf geht, wenn mir die Worte dafür fehlen. Ich stehe im Stadtpark von Winnenden. Hier wurde nun, fünf Jahre nach dem Amoklauf, der in Winnenden begann und in Wendlingen sein schreckliches Ende fand, ein Mahnmal errichtet, das erinnern soll. Erinnern an die Opfer, erinnern an jene Menschen,  die an diesem schicksalhaften Tag gezwungen wurden, zu gehen.

Ein Ring, in der Mitte durchbrochen, auf der Innenseite sind die Namen eingraviert. Fünfzehn Namen, die auch an dem Morgen fünf Jahre später wieder verlesen werden. Ein Morgen, der nicht unähnlich schön begonnen hat, wie damals. Ein wunderschöner Frühlingstag.

Eigenartig, denke ich, an welche Details man sich rückblickend erinnert, wenn schreckliche Dinge geschehen sind. Ich weiß eben noch, dass der Tag sehr frühlingshaft startete. Ich weiß noch, dass es ein Mittwoch war. Ich weiß noch, dass ich Semesterferien hatte und während der Zeit ein Praktikum bei einer Zeitung absolvierte.

Und ich weiß auch noch, wie mich am nächsten Tag die Angst überfiel, als ich,  um zu einem Termin zu gelangen, an einer Schule vorbeilaufen musste.

Wie entsetzlicher muss erst die Angst derer gewesen sein, die hautnah dabei waren?

Als die Gedenkfeier offiziell beendet ist, laufe ich mit anderen auf das Mahnmal zu. Zum ersten Mal sehe ich es richtig an. Mir fällt auf, dass man die Gedenkstätte auch ebenerdig erreichen kann. Irgendwie nimmt mir dieses Wissen die Enge in der Brust. Manchmal ist es leichter, direkt auf etwas zugehen zu können, Themen, die einem unangenehm sind, sofort anzusprechen und nicht um den heißen Brei herum zu reden.

Der Amoklauf ist für viele Menschen immer noch so ein unangenehmes Thema. Das Geschehene können wir nicht begreifen, es macht Angst, deshalb verdrängen viele Menschen das Ereignis.

Verdrängung ist nicht unwichtig. Hätte der Mensch diese Fähigkeit nicht, wäre es der Generation, die den zweiten Weltkrieg erlebt hat, unmöglich, weiterzuleben.

Aber Konfrontation ist genauso wichtig, damit das Geschehene nicht vergessen wird.

Das betrifft alles Leid auf der ganzen Welt. Kriege. Naturkatastrophen. Amokläufe.

Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth erinnert an diesem Morgen auch an die Nuklearkatastrophe in Fukushima, auf den Tag genau vor drei Jahren.

Für die Menschen, die den Amoklauf direkt und indirekt miterlebt haben, muss das Geschehene  wie das Ausbrechen eines  Krieges und   gleichzeitig wie  das Hereinbrechen einer Naturkatastrophe in  die natürliche Ordnung gewesen sein.

Das alles geht mir durch den Kopf, als ich mich mit meiner viel zu großen Tasche durch die viel zu kleine Lücke, die den Riss in der Ordnung symbolisieren soll, durchzwänge. Fast bleibe ich stecken, ich brauche zwei Anläufe, bis ich die Innenseite betrachten kann. So viele Namen. So viel sinnlose Gewalt.  So viel Leid.

Auch nach fünf Jahren kann ich nicht glauben, was hier wirklich passiert ist. Ich kann es manchmal immer noch nicht fassen, weil  das Geschehene  meine Vorstellungskraft übersteigt.

Und trotzdem bin ich froh, dass ich  am fünften Jahrestag die Möglichkeit hatte, morgens um sieben von Tübingen nach Winnenden zu fahren, um mit den Angehörigen um Menschen  zu trauern, die ich nie gekannt habe. Das spielt aber für mich keine Rolle. Die Katastrophe hätte jeden treffen können, deswegen sollten wir alle unseren Teil dazu beitragen, dass so etwas nie wieder geschieht. Und wenn er noch so klein ist. Jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein Weg ans Ziel.

„Wie bist du eigentlich dazu gekommen?“, werde ich manchmal gefragt, wenn ich erzähle, dass ich wieder in Winnenden war. Oft weiß ich keine wirkliche Antwort darauf, aber die Frage lässt mich immer wieder zurück denken an die Zeit, als einige Monate nach dem Amoklauf  Angehörige der Opfer das Aktionsbündnis gegründet haben, das bald darauf in eine selbstständige Stiftung  übergegangen ist.

Ich habe von Anfang an die Kraft und die Stärke bewundert, aus denen der Wille wächst, anderen Familien das Leid zu ersparen, das diesen Familien nicht erspart geblieben ist. Ich finde einfach, dass man so ein Engagement aus dem eigens widerfahrenen Leid heraus unterstützen sollte.

 

 

Die Stiftung und der Förderverein sind im März zu Gast im Norden des Landes

Aktionswoche in Norddeutschland

Lesung, Vortrag und Workshop in Nordenham und Brake (Niedersachsen)

Programm der Aktionswoche „Gewaltfreie Schule“

Sa. 08.03.2014 15:00 Uhr
Stadtbibliothek Nordenham
Autorenlesung:

„Die Schüler von Winnenden“

Die Stadt nahe Stuttgart wird für immer verbunden sein mit dem 11. März 2009, dem Tag des Amoklaufs. Das, was für immer unfassbar und unbegreiflich bleiben wird, versuchen in diesem Buch sechs Betroffene zu erzählen. Fünf Jugendliche und eine Lehrerin sprechen zum ersten Mal davon, wie sie den Tag des Amoklaufs erlebten und mit diesen Erinnerungen weiterleben. Gemeinsam mit Daniel Oliver Bachmann schreiben Marie Bader, Marie-Luise Braun, Steffen Sailer, Pia Sellmaier, Annabell Schober und Jennifer Schreiber über ihre Erlebnisse und Erinnerungen an den Amoklauf.

Es lesen in Nordenham Marie Bader und Tobias Sellmaier (Vater von Pia)

 

Do. 13.03.2014 19:00 Uhr
Stadtbibliothek Nordenham
Workshop mit Gisela Mayer:

„Was brauchen Kinder, damit sie Gewalt nicht brauchen ?“
Zu den Bedingungen von Entstehung von Gewalt

Es war keine Naturkatastrophe, es war eine Menschenkatastrophe, die am 11.März 2009 in Winnenden fünfzehn Menschen das Leben kostete und es für viele andere für immer veränderte. Der Ausgangspunkt - eine Katastrophe, verursacht durch menschliches Handeln. Die Fragestellung – gilt den Gründen und Ursachen für die Entstehung von Gewalt, denn ein Amoklauf steht immer am Ende einer Entwicklung, ist lediglich die Spitze eines Eisbergs aus Gleichgültigkeit, alltäglicher Gewalt und dem Vertrauen darauf, dass diese Ereignisse selten sind. Der Versuch einer Diagnose wie eines Therapieansatzes beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven Entwicklungen in familiären, schulischen und gesellschaftlichen Kontexten, denn „ das Leben unserer Kinder wird geprägt von dem, was wir jahrelang mit ihnen tun oder unterlassen.“ Gesellschaftliche wie schulische Rahmenbedingungen werden ebenso thematisiert wie die Gelingensbedingungen zwischenmenschlichen Umgangs und individueller Beziehungsgestaltung, denn „Menschsein ist nicht nur ein Zustand, sondern vor allem eine Aufgabe“. Unter diesen Aspekten werden auch aktuelle Präventionsansätze, wie sie im schulischen Kontext vorgeschlagen werden, beleuchtet.
Gisela Mayer, 56, verlor ihre Tochter Nina im März 2009, als ein 17-Jähriger in der Realschule in Winnenden Amok lief und 15 Menschen erschoss, am Ende sich selbst. Die Ethikdozentin gründete das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden und schrieb das Buch „Die Kälte darf nicht siegen. Was Menschlichkeit gegen Gewalt bewirken kann“.

 

Großartige Stimmung beim Turnierwochenende des Fördervereins


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Kicken für den guten Zweck. Das Fußballturnierwochenende war ein voller Erfolg.
Das Haus Elim konnte in der Leutenbacher Sporthalle den Titel des Vorjahres bei den Hobby-/ und Betriebsmannschaften verteidigen.
In einem packenden Finale besiegten sie die Kreissparkasse Waiblingen
(die zum ersten Mal bei diesem Turnier am Start waren) erst in der Verlängerung.
Dem Team des Fördervereins gelang eine Überraschung im 9-Meter-Schießen um den 5. Platz
und bezwang die Firma Uhlsport.
Die Auswahl der Bürgermeister, bei der besonders der überragende Torhüter Maximilian Friedrich aus Berglen auffiel, belegte den 10. Platz, was aber deren Stimmung in keinster Weise trüben konnte.
Beim Schülerturnier am Sonntag gewann das Team des Schulzentrums Sulzbach,
knapp vor dem Jugendteam der Alevitischen Gemeinde.
Die Siegerehrung  nahm das VfB-Maskottchen Fritzle und der ehemalige Profi und Fanbeauftragte Peter Reichert unter dem Jubel der jugendlichen Spieler und Zuschauer vor.

 

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Danke!

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Musical Affair 2014

Manege frei für „Musical Affair 2014“: Opulenten Genuß für Auge und Ohr werden die Besucher auch bei der dritten Benefiz-Gala, die das „Aktionsbündnis Amoklauf – Stiftung Gegen Gewalt an Schulen“ in Kooperation mit der 7us Media Group GmbH zu Jahresbeginn 2014 veranstaltet, erleben!

Im weiten Rund des Waiblinger Weihnachtszirkus findet die Show "Stars, Hits und Benefiz" dieses Mal familienfreundlich an einem Wochenende statt.

Am Freitag, 10. Jan. und Samstag, 11. Jan 2014 jeweils um 19:30 Uhr.

Mit von der Partie sind hochkarätige interationale Stars wie Kathy Kelly (Kelly Family), David Hanselmann, Jessi Ritch, Sydney Youngblood, sowie ein Casting-Act aus der Region.

Die Jungprofis der bundesweit anerkannten Akademie Minkov führt Sie unter der Leitung von Marko Wiskandt durch die Welt der Musicals.
Der mehrfache Weltmeister 1.Tanzclub Ludwigsburg, sowie der Bundesfinalteilnehmer SV Remshalden werden ihre internationale Klasse zeigen.

Nach der Veranstaltung sind Sie herzlich zur After Show Party eingeladen.
 
Reservieren sich sich schon jetzt die Karten hier:
Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden
Telefon 07195-589570
info@aktionsbuendnis-amoklauf.de
 
Karten Preise
Normal :  29,-- Euro incl. MwSt   / Mitglieder 25,-- Euro
VIP:   69,-- Euro incl. MwSt   / Mitglieder 60,-- Euro (Eintritt & Gourmet Verköstigung)
 

Showbühne Winnenden

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Veranstaltungen auf der Showbühne des Winnender Weihnachtsmarktes

Am Samstag, 30. November 2013 wird um 15.45 Uhr das neue Projekt "Akrobatik" des Aktionsbündnisses
vorgestellt.
Akrobatik - gemeinsam stark
Offenes Angebot für Kinder und Jugendliche aller Schulen und Vereine in Winnenden durch Equilibristik Vertrauen in die Gemeinschaft, Stärkung des Selbstbewusstseins und Spaß an gemeinsamen Aufgaben zu erfahren.

Am Samstag, 30. November 2013 um 16:30 Uhr findet ein musikalisches Highlight auf der Showbühne statt.
Sydney Youngblood und unsere Ehrenmitglieder Gotthilf Fischer und Kathy Kelly zeigen sich dem Publikum des Winnender Weihnachtsmarktes. Ein Vorgeschmack auf die Benefizgala "Musical Affair", die im Januar stattfindet.
Lassen Sie sich mit diesem Ohrenschmaus auf die besinnliche Adventszeit einstimmen.

Am Adventssonntag, 1. Dezember 2013 wird um 13.15 Uhr das neue Klassenzimmertheater "Käpt´n Kross"
auf der Showbühne aufgeführt.
Käpt´n Kross
Interaktives Klassenzimmertheaterstück zum Thema – "Entstehung von Gewalt im alltäglichen Umgang.“
Für die Klassenstufen 1-4

Avitall und Band - Konzert

Avitall und Band - KonzertLassen Sie sich mitreißen von einer beeindruckenden Stimme, die es versteht, den  Gesang und  den Klang von Musik eins werden zu lassen.
Die deutsch- jüdische Sängerin Avitall Gerstetter  kann das und am 23. November  um 19.30 Uhr wird sie mit ihrer Band um Dominik Miller, unter deren Mitwirkung sie auch schon ihre letzen beiden CDs produzierte,  in der passenden Kulisse der katholischen Kirche St. Borromäus ein Benefizkonzert geben.
Aufgewachsen in einer traditionellen jüdischen Familie wurde sie schon in jungen Jahren durch ihre Mutter, Chava Gerstetter, einer Musik- und Bat-Mizwa – Lehrerin mit der musikalischen Welt vertraut. Eine Erfahrung, die Bahnen durch ihr ganzes Leben zog und das im durchweg positiven Sinne: Später studierte Avitall  unter anderem Gesang Klavier, Klarinette und Tanz an der  Universität der Künste Berlin.

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Mitternachtsturnier

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Hallo liebe Fußballer und Fußballfreunde,

es gibt super Nachrichten für alle unsere Fußballfans. Das Stadtjugendreferat (Juze, Mobile Jugendarbeit und Schulsozialarbeit), der Jugendgemeinderat, der Förderverein Amoklauf Winnenden und Antonio Agazio, haben wieder ein Mitternachtsturnier über 2 Tage auf die Beine gestellt.
Es findet am 22. und 23. November 2013 in der Stadionsporthalle statt.

Freitag und Samstag Abend:

Wer darf Spielen: Spieler und Spielerinnen ab 16 Jahren bis 21 Jahre, aus Winnenden und der nahen Umgebung.
16 Mannschaften sind geplant.
Die Anmeldegebühr beträgt 10 € pro Mannschaft und ist bei der Anmeldung zu zahlen.

Samstag Nachmittag ab 16.30 bis 19.30 Uhr:

Wer darf spielen: Spieler und Spielerinnen zwischen 9 Jahren und 14 Jahren, aus Winnenden und Umgebung. Solltest du keine Mannschaft haben, melde dich einfach so bei uns an - wir bilden dann Mannschaften.

Für alle gilt:

Die Spieleranzahl ist bei 7 begrenzt. 4 Feldspieler + 1 TW + 2 Auswechselspieler.
Es wird daraus folgend dann vier Gruppen geben.

Die Mannschaften können sich NUR im Haus der Jugend anmelden!!! Anmeldungen via Facebook werden NICHT berücksichtigt. Bitte kommt kurz PERSÖNLICH vorbei oder RUFT uns an!!

Anmeldebeginn ist nach den Herbstferien, Montag 4.11.2013.

[http://www.juze-winnenden.de/2mitternachtsturnier2013.html]

 

Gospelday 2013

 

10.000 Stimmen - 250 Orte - 1 Song für Gerechtigkeit

Singen für einen guten Zweck –
Unter diesem Motto treten am Samstag, 21. September 2013, die Sängerinnen und Sänger von The Gospel House an, um mit einem Benefizkonzert einen Betrag gegen Hunger, Armut und Ungerechtigkeit zu leisten.
Unter der Leitung ihrer Dirigentin Friedlinde Vollmar werden sie beim Gospelday 2013 gemeinsam mit ihrem Projektchor TGH 2013, dem Pop- und Gospelchor Aichwald sowie dem Chor Akzente aus Esslingen
um 12 Uhr in Winnenden auf dem Adlerplatz für eine gerechtere Welt singen.

Der Gesamterlös aus der Aktion in Winnenden geht an die Aktion Brot für die Welt
und an das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden.

Unterstützen können Sie auch durch Einzelspenden auf das Konto von The Gospel House e. V.:
Konto-Nummer 7248504 bei der Kreissparkasse Waiblingen (BLZ 60250010)
Verwendungszweck: Gospelday.

 

 

Sommerferienprogramm 2013

Gruppenbild Sommerferienprogramm

Deutschland ist Weltmeister!

Diese Überschrift würden die deutschen Fußballfans gerne mal lesen. Für einige Kids wurde es Realität, wenn auch nur beim Ferienprogramm des Fördervereins Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden e.V. in Kooperation mit dem Fußballverein aus Weiler zum Stein. Kurz nach 9 Uhr tummelten sich die Schülerinnnen und Schüler der Gemeinden Leutenbach und Winnenden im Alter zwischen 8 und 12 Jahren auf dem Rasensportplatz des Leutenbacher Teilortes. „Spaß und Spiel rund um den Ball“ so lautete der offizielle Titel der Veranstaltung. Nach einem gemeinsamen Warm-Up wurden die kleinen Fußballstars in 4 Gruppen aufgeteilt. Das Vormittagsprogramm beinhaltete Einheiten wie Fußballtennis, Entfernungs-Tore-Schießen, Fußball-Boccia und einem Elfmeter-König-Wettbewerb auf das große Tor. Kurz vor der Mittagspause trainierten die 4 Nationalteams mit ihren Betreuern und bereiteten sich auf das WM-Turnier vor.

Um 13 Uhr, gestärkt durch eine große Portion Spaghetti und frischem Obst, traten die Jungs und Mädels bis in die Haarspitzen motiviert gegen den Ball. Argentinien, Spanien, Brasilien und Deutschland spielten fair und trotzdem engagiert den WM-Titel in einem Jeder-gegen-Jeden-Turnier untereinander aus. Pia „Schweinsteiger“ gewann gleich den ersten Zweikampf gegen Nils „Iniesta“. Deutschland war ohnehin an diesem Nachmittag nicht zu stoppen. Lediglich das spanische Team konnte - mit einem sehenswerten Kopfballtor von Patrick „Torres“ zum 1:1 Ausgleich - einen Punkt gegen den späteren Weltmeister ergattern und wurde zweiter im Turnier. Rang drei holten sich die Brasilianer vor den Argentiniern.

Kurz vor 16 Uhr fand dann die Siegerehrung bei einer leckeren Eisrunde statt. Als Tobias Sellmaier, der Vorsitzende des Fördervereins Aktionsbündnis, die Teilnehmer fragte, ob es Spaß gemacht hat, donnerte ihm ein lautes „Jaaaaa!“ entgegen. Verlierer gab es an diesem Tag eh keine, jedes Kind bekam eine Medaille und eine witzige Urkunde als Erinnerung mit auf den Heimweg.

 

 

Vortrag in Winnenden

„Winnenden hat gezeigt, was passiert, wenn nichts passiert.“ Mit diesen Worten richtet sich Gisela Mayer, Vorstand der Stiftung gegen Gewalt an Schulen, an diesem Abend  im Storchenkeller der Volksbank erstmalig mit ihrem Vortrag „Was brauchen Kinder, damit sie Gewalt nicht brauchen?“ direkt  in der Stadt, in der vor vier Jahren etwas passiert ist, das niemals hätte passieren dürfen an die Zuhörer.
Mit einer klaren und strukturierten Sichtweise analysiert Gisela Mayer die Gründe für  gewaltorientierte Entwicklungen und zeigt mit überzeugenden Argumenten und Beispielen auf, was Kinder brauchen, damit sie nicht zu  solchen Menschen werden,  die beispielsweise in der U-Bahn grundlos ihr Gegenüber auch dann noch schlagen, wenn es schon am Boden liegt.
Die Antwort ist einfach. Eigentlich. Schon Aristoteles wusste: „Der Mensch ist von Natur aus ein gemeinschaftsbildendes Wesen.“ Und Gisela Mayer weiß:“ Unsere Kinder brauchen uns um zu gemeinschaftsfähigen Wesen zu werden“.  Freilich ist dies in der Theorie leichter, als in der Praxis. Erziehung, weiß Mayer, „ist das, was nebenbei geschieht, aber auch das, was immerzu geschieht, in allem, was wir tun“, Erziehung „ist eine Lebensaufgabe.

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In ihrem 45-minütigen Vortrag analysiert die Ethikdozentin mit Hilfe der Neurobiologie, warum „manche Menschen gewalttätig werden “ und woran es liegen könnte, dass manche Eltern den Draht zu ihrem Kind verlieren.
Welche Faktoren sind es, die zu gewalthaltigen Entwicklungen beitragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Gisela Mayer schon jahrelang und sie musste, wie viele andere, erfahren, wie schrecklich das Ausmaß werden kann, wenn ein Gewalttäter nicht begreift, dass die Menschen, die er verletzt, Wesen wie er selbst sind.
 
Gisela Mayer aber weiß sehr wohl wovon sie spricht, nicht nur aus ihrer eigenen Betroffenheit heraus. Menschen, wie dem Amokläufer von Winnenden und Wendligen fehlt die Empathie. Mayer lässt diese Aussage nicht einfach so im Raum stehen.  Sie fragt nach. Was ist das eigentlich? „Empathie“, sagt  sie,  „wächst nicht wie Haare oder Fingernägel. Man muss es lernen, wie die Sprache.“ Und das geht eigentlich mit einem menschlichen Gegenüber: Wenn da ein Mensch ist, der dem Kind zeigt, wie das geht, „Menschsein“. „Der mit dem Kind lacht, wenn es sich freut oder mit ihm traurig ist, wenn es weint.“

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Kurz: Erziehung fördert Empathie. Nur wenn ich eine mitfühlende Vorstellung davon habe, wie sehr Mobbing verletzen kann, werde ich begreifen, dass ich mich dafür einsetzen muss, dass kein anderer gemobbt wird. Denn das Gehirn „unterscheidet nicht zwischen körperlichem und psychischem Schmerz Das verletzende Wort wird genauso wahrgenommen wie der Schlag ins Gesicht – und beides löst unweigerlich Aggression aus,

Aber wie viel Erziehung ist gut für das Kind? Anhand von  drei Erziehungsmodellen, die Mayer aufzeigt, wird deutlich: Nicht alles, was gut gemeint ist, ist hilfreich und förderlich. Nahezu jedes Erziehungsmodell geht schief, wenn dem Kind keine Grenzen gesetzt werden. „Kinder wollen Widerstand spüren“, erläutert Gisela Mayer und belegt diese Aussage wunderschön mit einem Beispiel: Man stelle sich vor, man befände sich in einem dunklen Raum, in dem es absolut unmöglich ist, etwas zu sehen. Also beginnt man, sich an den Wänden entlang zu tasten. Die Wände  aber sind aus Watte. Mit jedem Mal, mit dem die Hand den Gegenstand, der sie stützen soll berührt, weicht die Wand zurück. Der orientierungslose Mensch wird aber immer wieder seine Hand in die Wand drücken, so lange, bis er Widerstand spürt. Findet er keinen Widerstand, wird er den Druck verstärken, weicht die Wand erneut zurück wird er mit Angst und Aggression reagieren.  Erst Grenzen lassen uns unsere eigene Stärke erfahren, ohne Widerstand kann ich nicht fühlen, dass ich mit meiner Hand überhaupt Druck ausüben kann. Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, eine der wesentlichsten Erfahrungen aus dem Weg zur Persönlichkeitsbildung, ist von der Erfahrung von Grenzen abhängig.

Dabei ist die Lebensaufgabe „Erziehung“ gar nicht so schwierig, wie sie von zahllosen Ratgebern für Eltern oft dargestellt wird. Es kommt eigentlich nur auf ein wenige Dinge an. Eines der wichtigsten dieser Dinge ist Zuwendung.  Mayer sagt:  „Kinder brauchen uns. Sie müssen spüren, dass wir uns für sie interessieren.“  Und diese Zuwendung kann jeder geben. Denn: „Wenn wir uns für unsere Kinder interessieren, reichen zehn Minuten. Und wenn wir ihnen einfach nur zuhören, werden wir erfahren, was sie bewegt.“

Gisela Mayers durchweg  gelungener Vortrag ist wichtig. Nicht nur  für Eltern, sondern für alle, die  in dieser Gesellschaft wieder mehr miteinander leben wollen, und nicht gegeneinander. Deshalb ist Zuhören und Hinsehen ebenso wichtig wie das Handeln.  Egal, ob seitens der Politik,  – an diesem Abend war  der Landtagsabgeordnete der Grünen für den Wahlkreis  Waiblingen, Willi Halder, als Zuhörer anwesend – der Medien, der Stadt und der Menschen, die in ihr leben.
Harald Auwärter, Regionaldirektor der Volksbank Winnenden weiß jedenfalls,  warum er zugestimmt hat, den Vortrag in den Räumen des „Storchenkeller“ zu halten.  Auch er stellt sich die Frage: Was kann man – als Privatperson – gegen Gewalt tun?
Getan wurde und  wird von Seiten der Stiftung und des Fördervereins einiges. Am Ende des Abends wird beispielsweise das  Manual zum Thema Mobbing vorgestellt, das  Schulen bei der Stiftung erwerben können, um Information für Lehrkräfte und Material für den Unterricht zu erhalten.

Und eigentlich sollten sich noch viel mehr Menschen damit auseinandersetzen, als an diesem Abend. Nicht nur in Winnenden. Sondern überall.

 

 

Stuttgarter Lauf 2013

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Erlebnis mit Spaßfaktor für den guten Zweck 

Wer kennt das nicht – man quält sich morgens aus dem Bett, wenig später über die ersten Kilometer und fragt sich: Wofür mache ich das eigentlich?

29 Läuferinnen und Läufer in strahlenden orangefarbenen Laufshirts hatten am letzten Sonntag im Juni 2013 beim Stuttgart-Lauf eine ziemlich überzeugende Antwort gefunden: Sie liefen 7 km für den Förderverein Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden. Angesteckt von den vielen Menschen an der Strecke und der musikalischen Unterstützung war es ein Erlebnis, das einfach Spaß machte. Zudem sorgte der Zieleinlauf in der Mercedes Benz Arena dafür, dass die Zuschauerkulisse die Läuferherzen höher schlagen ließ.

 

Buchlesung in Winnenden

Buch Die Schüler von WinnendenRational gesehen, ist es nur ein Karton. Papa hat den Karton in Jennys Zimmer gestellt, weil da ihre  persönlichen Sachen drin sind: Zahnspange, Hausschlüssel, Geldbeutel, Schulranzen. Aber Jenny kann den Karton nicht sehen und will schon gar nicht hineinschauen. Denn darin befinden sich die Sachen, die sie im Klassenzimmer zurücklassen musste, als ein ehemaliger Schüler in ihre Schule stürmte, um sich schoss, die Flucht mit einer Geisel ergriff, auf ihr wahllos drei Menschen und sich dann selbst richtete. Die traurige Bilanz: Sechzehn Tote. Deshalb hat Jenny nun also, fünf Tage nach dem Massaker, Angst davor, in den Karton zu blicken. Sie schreibt: „Ich will nicht sehen, ob Blut an meinem Schulranzen klebt. Oder eine Kugel ihn durchlöchert hat. Ich vermeide es, ihn zu berühren.(…) Mir wird klar, wenn es Nacht wird, muss er von hier verschwinden.“

Dies ist nur ein Einblick von vielen in das Leben von Menschen, die etwas durchgemacht haben, was niemand widerfahren sollte. Fünf Schüler und eine Lehrerin haben in Zusammenarbeit mit Autor Daniel Oliver Bachmann ein Buch veröffentlicht, in dem sie hautnah beschreiben, wie sie den 11. März 2009 erlebt haben und was dieser Tag mit ihrem Leben gemacht, das alte gelöscht und ein neues, ungewolltes geschaffen hat. Am Dienstag wurde das Buch „Die Schüler von Winnenden. Unser Leben nach dem Amoklauf“ in der voll besetzten „Kreh“- Buchhandlung in Winnenden vorgestellt. Unter den Zuschauern waren auch Sven Kubick, Schulleiter der Albertville-Realschule und Hans- Dieter Baumgärtner, Rektor des angrenzenden Lessinggymnasiums. Und das ist gut so. Denn das Buch setzt ein Zeichen. Es fordert auf, nicht zu vergessen, was geschehen ist, sich mit dem Thema Amok auch vier Jahre nach der Tat zu befassen, um künftig alles erdenkliche zu tun, damit so etwas nicht mehr geschehen kann. Das ist die Oberfläche, jener Teil, der nach einer solchen Tat infolge eines großen Aufschreis durch die Menschen geht und der dann aber, bei den meisten, im Laufe der Zeit in Vergessenheit gerät. Vielleicht greift das Buch gerade deshalb noch tiefer:  Die Überlebenden beschreiben detailgetreu wie  „aus dem normalen Vormittag“ des elften März „auf einmal so ein schrecklicher Vormittag werden konnte“ und sie schildern all das, was man nicht sehen kann:  Ihre Ängste, ihre Trauer, ihr monate-, vielleicht  auch lebenslanger Kampf mit dem Trauma.

 

Da ist Annabell Schober, zur Tatzeit elf Jahre alt, die in einer bewundernswerten, unter die Haut gehenden Klarheit beschreibt, wie sie von dem Amoklauf an der Albertville-Realschule erfahren  und plötzlich panische Angst um ihre Schwester Jana bekommen hat, die dort zur Schule geht. Als sie von ihren Eltern erfährt, dass Jana tot ist, schreit sie ihre ganze vorangegangene Anspannung, ihre Ängste um die Schwester heraus: Die heutige Neuntklässlerin  der Geschwister- Scholl- Realschule in Winnenden beschreibt das so: „ Dann kommt ein Schrei aus meiner Kehle. Wie ich noch nie einen vernommen habe. (…) Der Schrei will gar nicht mehr aufhören. Es ist, als ob ich versuchte, damit Jana noch einmal zu erreichen.“

Erreichen können die Schüler bei der Lesung vor allem auch ihr Publikum. Was hier beschrieben wird ist so Unvorstellbar, einige Zuschauer wischen sich auch vier Jahre danach noch Tränen aus den Augen.

Da ist Marie Bader,  zur Tatzeit 16 Jahre alt, deren beste Freundin in ihren Armen stirbt.

Da ist Steffen Sailer , am Tag des Massakers 15 Jahre alt, der beschreibt, wie er, einer „Aufziehpuppe“ gleich,  über seine leblosen Mitschüler steigt, um irgendwie aus dem Klassenzimmer zu kommen.

Da ist Jenny, damals sechzehn, die mit ansehen musste, wie eine Referendarin vor ihren Augen mitten im Chemieunterreicht erschossen wurde. 

Das alles passiert an einem Mittwochmorgen. Innerhalb weniger Minuten. Mitten in Deutschland.

Auch wenn nicht jeder der Beteiligten, die für das Buch ihre Erlebnisse niedergeschrieben haben, an diesem Abend Einblick in das Geschehen gegeben haben, spürt man, dass sie alle eines eint: Den Wunsch, das so etwas „bitte nie wieder“ geschehen darf, dass „Sicherheit an Schulen entsteht“, dass „man härter mit dem Handel von Waffen umgeht“ und dass man „Menschen(…) nicht in ihrem Leid alleine lässt.“

Denn es ist vor allem das, was an diesem Abend auf erschreckende Weise deutlich wird: Wer so etwas durchleben musste,  der wird später  mit vielen Dingen alleine gelassen. Dinge, die für Außenstehende oft nicht sichtbar, aber an diesem Abend umso greifbarer werden:

Neben der immer wiederkehrenden Frage nach dem Warum, neben der unermesslichen Trauer um geliebte Menschen, kommt all das  ans Licht, was normalerweise – insbesondere von den Medien – gar nicht beleuchtet wird.

Denn der, der in ein Rampenlicht gerückt wird, ist der Täter: Warum er das gemacht hat, wie lange er es geplant hat und was alles theoretisch schief gehen musste, bis er praktisch zu so etwas fähig sein konnte. Das alte Lied.

Wenn betroffene Schüler aber weinen, ja  dann werden sie gefilmt, weil das die  Sensation ausmacht: Das Darstellen von fremdem Leid.

Aber was  ist mit den Albträumen, die Nacht für Nacht wieder kommen? Was ist mit der Tatsache, dass viele Betroffenen Angst im Dunkeln haben, die Türe nachts offen lassen müssen, um wenigstens ein bisschen schlafen zu können? Das ist für die Auflage einer Zeitung nicht wichtig. Für das Überleben der Betroffenen aber schon.

Denn wie soll man sich auf Unterricht, auf Normalität konzentrieren, wenn  eine Rückkehr in die Albertville-Realschule unmöglich, die Vorstellung vorübergehend in Containern unterrichtet zu werden, aber auch unerträglich ist? Wie oft am Tag sagt man, es gehe einem gut,  weil man wieder funktionieren muss in dieser Welt, obwohl man innerlich ständig  heulen könnte? Wen da draußen interessiert es, dass der leiseste Knall im Schulflur plötzlich alles wieder hoch kommen lässt?

Kann man als Lehrer überhaupt noch unterrichten, wenn man gesehen hat, was sie sehen mussten? Darf man wieder lachen, wird man jemals einen Schultag als normal empfinden können?

 

Und doch: Die Betroffenen haben jetzt, fast vier Jahre nach der Tat, für sich irgendwie einen Weg finden können, wieder Normalität zu in ihr  Leben zurückzubekommen.  Durch  den Halt in  der Familie. Manchen haben Psychologen, anderen  die  Gespräche mit Freunden geholfen. Manchen ist der Gedenktag wichtig, andere wollen sich am 11. März lieber im Stadion ablenken, etwas Schönes erleben. An einem Maiabend ein Eis essen gehen. Normalität spüren.

Und dann hat bestimmt auch das Schreiben dieses Buches  geholfen, einen Abschluss mit dem Geschehnen  zu finden. Vor einem Jahr, im Winter 2012,  haben sich die fünf Schreiber zusammen mit Daniel Bachmann und den beiden Lektorinnen Antonia Thiel und Julia Ziecker hingesetzt und ihre  -zum Teil seit dem Tag des Amoklaufs notierten  – Erlebnisse zusammengetragen.

Zumindest die Menschen in dem kleinen Raum der Buchhandlung wissen, wie wichtig der Kampf der Überlebenden ist. Weil sie direkt oder indirekt betroffen sind. Sie werden niemals die Menschen vergessen, die an jenem Tag ihr Leben lassen mussten und die Überlebenden werden sich auch weiter dafür einsetzen, Mobbing- Opfer nicht auszugrenzen, Gewalt an Schulen zu verhindern und  Waffen in privaten Haushalten zu verbieten – elementare Dinge, durch welche die Wahrscheinlichkeit eines zweiten Winnenden  gemindert werden kann.

Spätestens, wenn man dieses Buch gelesen hat, sollte man verstehen, warum dieser Kampf so wichtig und so richtig ist. Und auch, wenn man es nicht verstehen wird, dann wird deutlich, dass diese Menschen weiter kämpfen werden. Jeden Tag.

Denn „wer nicht kämpft verliert“, sagt Jenny. Zahlreiche Menschen  haben  durch das Massaker schon viel zu viel verloren. Der Kampfgeist ist geblieben. Und an diesem Abend sind sie alle  damit in der Buchhandlung nicht alleine. Es wäre schön, wenn diese Wünsche bei allen ein bisschen alltäglich werden könnten.

Es berichtete unsere Unterstützerin Lena Kroenlein